„Weihnachtliches Fest der Kulturen“ in Rethmar

22. Dezember 2015 @
 

Zu einem „Weihnachtlichen Fest der Kulturen“ hatten die Mitarbeiter und Initiatoren der Fahrradwerkstatt von ENAS eingeladen – und etwa 120 Personen aller Nationalitäten waren dem Aufruf gefolgt. In der Werkstatthalle und in Zelten davor wurde gefeiert und die Freiwillige Feuerwehr Rethmar hatte für die Kinder sogar ihr Tanklöschfahrzeug mitgebracht. Das Fest wurde in der Zeit von 14 bis 18 Uhr von vielen Besuchern ausgiebig genutzt.

Der kleine "Festplatz" beherbergte viele Besucher - Foto: SN

Der kleine „Festplatz“ beherbergte viele Besucher – Foto: SN

„Das Feier war eine kurzfristige Entscheidung“, erzählt Sven Lurz, Mit-Organisator der vierköpfigen Fahrradwerkstatt und ihrer zehn Helfer. „In nur zehn Tagen haben wir das Ganze auf die Beine gestellt.“ Und damit hat die Gruppe der Werkstatt gute Arbeit geleistet. Alle Nationen, die hier in Sehnde vertreten sind, haben sich beteiligt: Syrer, Eritreer, Iraker, Iraner – wo auch immer sie herkommen, sie haben Kuchen gebacken, Getränke beigesteuert und grillen oder geben Punsch mit und ohne Alkohol aus. Mit dabei sind auch Ezeldin Mohammad und seine Frau Nihal Aicho, die als Übersetzer die Stadtverwaltung und die Flüchtlinge unterstützen. „Vielleicht bin ich schon bekannter als Sie“, scherzt er mit dem Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, der gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch auf dem Fest ist. Ezeldin lebt schon 20 Jahre in Ilten, spricht neben Deutsch auch Kurdisch und Arabisch – und ist damit ein vielgefragter Mann, denn die Eheleute Helfen mit ihrer Arbeit den Flüchtlingen bei Briefen, Verwaltungsbesuchen und Arztterminen – bis hin zur Aufnahme im Krankenhaus.

Sven Lurz (re.) und der Sehnder Brügermeister Carl Jürgen Lehrke (li.) probierten die Shisha - Foto: JPH

Sven Lurz (re.) und der Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (li.) probierten die Shisha – Foto: JPH

Dann beginnt ein kurzer offizieller Teil: Lurz begrüßt die Besucher, Ezeldin übersetzt und dann möchte sich noch einer der Asylbewerber bei den Deutschen bedanken. Er besteht darauf, es ist ihm ein Bedürfnis, sich bei den Anwesenden, aber auch bei allen Sehndern und Helfern für die Aufnahme hier zu bedanken.

Dann gibt es Gegrilltes, gespendet von einem Sponsor. Selbst der Grill ist international: Links die 80 Würstchen für Christen, rechts rund 100 Putensteaks, Halal. Dazu stehen noch etwa 18 Liter Waffelteig bereit, „was rund 180 Waffeln ergibt“, wie Lurz anmerkt. In der Werkstatthalle ist die Kaffeetafel mit mehr als zehn von allen Nationen gespendeten Kuchen und dazu Kleingebäck. Kakao, Kaffee, Apfelsaft, Wasser und alkoholfreies Bier stehen bereit und werden gerne genutzt.

Auch der Grill bot für jede Konfession etwas - Foto: JPH

Auch der Grill bot für jede Konfession etwas – Foto: JPH

Mit im Rund des Festes der Kulturen steht ein Zelt, in dem die Besucher Shisha rauchen können, eine Art der traditionellen Wasserpfeife, die einzeln oder zu mehreren genutzt wird. Der Tabak ist mit Frucht vermischt und wird durch eine Art „Grillkohle“ erhitzt. Der Rauch wird dann durch das Wasser gefiltert eingezogen. Alle Gäste haben die Möglichkeit, die Shisha zu probieren, die Gastgeber bieten Apfel-Tabak an. Man verstand sich in dieser Runde, durch Zeigen, Gestikulieren und etwas Englisch. Dort, wo gar nichts ging, half Ezeldin aus. Und es gab schon erkennbar Freundschaften, die sich über die kurze Zeit entwickelt haben. 

Etwas später kamen noch Feuerkörbe, um die sich viele Besucher versammelten, um zu Radebrechen und sich aneinander zu gewöhnen – und vor allem: um sich zu verstehen.  http://www.sehnde-news.de/?p=126676